RICS: Nachhaltigkeit bei der Bewertung von Gewerbeimmobilien
Die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) hat die deutsche Fassung des „Information Paper on Sustainability and Commercial Property Valuation“ vorgestellt. Das Papier zeigt Wege auf, wie Nachhaltigkeit gemessen werden kann und gibt Empfehlungen, in welcher Art diese Eingang in den Bewertungsprozess finden sollen.
Die, in dem Papier vorgestellten Kriterien für Nachhaltigkeit umfassen unter anderen die Qualität der verwendeten Materialien und deren Auswirkungen auf den Lebenszyklus der Immobilie. Darüber hinaus gibt es Hinweise für die Beurteilung effizienter Nutzung von Energie und ein professionelles Abfallmanagement. Mietvertragliche, Finanz- und steuerliche Aspekte werden ebenso behandelt wie die Lage und Erreichbarkeit der Immobilie.
Zentraler Punkt ist der Einfluss dieser Eigenschaften auf laufende Kosten und Erträge und damit den erzielbaren Miet- und/oder Verkaufspreis der Immobilie. Die Immobilienbewerter sind dazu angehalten, quantitative Kriterien – wie Mietsteigerungspotentiale – und auch qualitative Kriterien - wie das zukünftige Nachvermietungspotenzial aufgrund von Nachhaltigkeitsmaßnahmen – zu erkennen und in ihrer Wertermittlung zu berücksichtigen.
Hermann Horster MRICS, Leiter der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit bei der RICS Deutschland, kommentiert: „Das Dokument nennt Kriterien nachhaltiger Gebäude – unabhängig von den üblichen Zertifizierungen wie Leed oder DGNB. Als erster bedeutender Berufsverband beurteilt die RICS zudem den Einfluss der einzelnen Bausteine der Nachhaltigkeit auf den Immobilienwert. Mit diesem Valuation Information Paper hat die RICS einen Meilenstein gesetzt. Das Papier soll zudem nicht den Schlusspunkt, sondern den Auftakt zu einer Diskussion darstellen. Die AG Nachhaltigkeit der RICS möchte mit der Veröffentlichung der deutschen Übersetzung auch hier die Diskussion eröffnen und freut sich auf einen lebhaften Austausch.“
Eduard Paul MRICS, stellvertretender Vorsitzender der Professional Group Valuation der RICS Deutschland, ergänzt: „Laut Studien entstehen 40 % aller klimaschädlichen Emissionen durch Immobilien. Das Einsparpotenzial ist also enorm. Rendite mit Gewissen heißt das Gebot der Stunde. Die in diesem Papier festgehaltenen Kriterien werden auch Eingang in das Red Book finden, wenn dieses im Januar 2010 neu aufgelegt wird. Darüber hinaus unterstreicht die RICS mit diesem Papier ihr Engagement bei der Umsetzung der in 2007 unterzeichneten Ziele des Vancouver Valuation Accord. Das RICS-Bewertungsseminar 2009 unter dem Titel ´Meeting the Challenge of Change´ behandelt u.a. diese für die Marktteilnehmer wichtigen neuen (Denk-) Strukturen und Kriterien.“